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Grundlagen

Was ist eigentlich ein KI-Agent?

Ein Sprachmodell antwortet. Ein Agent handelt. Wie das zusammengeht, siehst du hier an einem Bild: Der Agent hat einen Raum, in dem er arbeiten darf, ein Regal mit allem, was er über dich weiß, Werkzeuge auf dem Tisch und ein paar Türen nach draußen. Drei Beispiele spielt er dir vor.

Der Raum

Fahr mit der Maus über einen Baustein, dann erklärt er sich. Auf dem Handy tippst du ihn an. Mit den Knöpfen unter der Grafik spielst du einen Ablauf ab.

  • Cyan: was der Agent mitbringt
  • Violett: was du ihm vorgibst
  • Rot: was er ohne dein Ja nicht anfasst
Der Arbeitsraum eines digitalen Mitarbeiters Links außen steht die Auftraggeberin oder der Auftraggeber, rechts außen eine Kundin. Dazwischen liegt ein gestrichelt umrandeter Raum mit der Aufschrift Auftrag und Regeln. Darin steht eine Figur, deren Kopf das Sprachmodell enthält, mit einem beweglichen Arm. Rechts von ihr steht ein Regal als Gedächtnis, vor ihr ein Tisch mit fünf Werkzeugen, ganz rechts drei Türen als Zugänge: E-Mail, Kalender und eine verschlossene Bank-Tür. Unten rechts liegt ein kleiner zweiter Raum mit einem zweiten Agenten, verbunden über einen Kanal. AUFTRAG UND REGELN Was er darf. Was er nie darf. Wann er dich fragt. Du Auftrag und Freigabe Kundin Dein Agent IDENTITÄT Gedächtnis Zugänge E-Mail Kalender Bank Ein zweiter Agent über einen eigenen Kanal Gehirn Sprachmodell Werkzeuge
Das Gedächtnis von innen Eine erfundene Beispielkarte: In der Mitte steht Gedächtnis, darum liegen Firmenstruktur, Regeln, Kunden, Produkte und Personal. An Personal hängen zwei Personen mit eigenen Erinnerungen. Jeder Knoten lässt sich öffnen. Gedächtnis Firmenstruktur Regeln Kunden Produkte Personal Frau Berger Buchhaltung Herr Falk Lager

Auf dem Handy seitlich wischen — die Grafik ist breiter als der Bildschirm.

Woraus er besteht

Sechs Teile, mehr ist es nicht. Die ersten vier machen aus einem Sprachmodell einen Agenten. Die letzten zwei entscheiden, ob daraus ein Kollege wird oder ein Risiko.

  • Gehirn

    das Sprachmodell

    Es versteht deine Aufgabe und entscheidet, was als Nächstes passiert. Über deine Firma weiß es von sich aus nichts, und bewegen kann es allein auch nichts.

  • Gedächtnis

    was bleibt

    Eine Wissensbasis, die nicht vergisst. Was ihr gestern besprochen habt, steht morgen noch da: deine Firma, deine Leute, deine Kunden, deine Regeln.

  • Werkzeuge

    was er kann

    Recherchieren, Termine suchen, Mails schreiben, Rechnungen stellen, in der Datenbank nachsehen. Ein Werkzeug ist eine Fähigkeit, die er im Raum benutzt.

  • Zugänge

    was nach draußen führt

    Jede Tür führt aus dem Raum in die Welt: dein Postfach, dein Kalender, dein Bankkonto. Du vergibst jede Tür einzeln, und manche gibst du gar nicht.

  • Identität

    wer da arbeitet

    Name, Gesicht, Stimme, Charakter, Personalakte. Damit wird aus dem Werkzeug ein Kollege, den deine Kunden wiedererkennen.

  • Auftrag und Regeln

    der Rahmen um alles

    Sein Ziel, seine Leitplanken und die Schleife aus Planen, Handeln und Prüfen. Was er darf, was er nie darf, wann er bei dir nachfragt.

Die Werkzeuge

Fünf liegen in der Grafik auf dem Tisch. Sie stehen hier noch einmal ausführlich, weil an ihnen am besten zu sehen ist, wie Werkzeug und Gedächtnis zusammenarbeiten.

  • Web-Recherche

    Kann
    Seiten aufrufen, lesen, das Wesentliche zusammenfassen und die Quelle dazu nennen.
    Zieht aus dem Gedächtnis
    Wonach du suchst, welche Quellen du gelten lässt, was er letzte Woche schon gefunden hat.
    Typischer Auftrag
    „Finde heraus, welche Förderung für den neuen Ofen infrage kommt."
  • Kalender

    Kann
    Google-Kalender: suchen, anlegen, verschieben.
    Zieht aus dem Gedächtnis
    Deine Arbeitszeiten, wie lange so ein Termin bei dir dauert, wer dabei sein muss.
    Typischer Auftrag
    „Finde nächste Woche zwei Stunden für den Werkstatt-Termin."
  • E-Mail

    Kann
    Postfach lesen, Entwürfe schreiben, nach deiner Freigabe absenden.
    Zieht aus dem Gedächtnis
    Wer die Kundin ist, worüber ihr zuletzt gesprochen habt, deine Anrede und deine Grußformel.
    Typischer Auftrag
    „Beantworte die Anfrage von gestern und zeig mir den Entwurf."
  • Rechnung

    Kann
    Positionen zusammenstellen, Rechnung erzeugen, als Entwurf ablegen. Raus geht sie erst nach deinem Ja.
    Zieht aus dem Gedächtnis
    Deine Preise, deine Zahlungsziele, welche Kundin welche Konditionen hat.
    Typischer Auftrag
    „Stell die Rechnung für den Auftrag vom Dienstag."
  • Datenbank

    Kann
    Nachsehen, filtern, zählen, Einträge anlegen und ändern.
    Zieht aus dem Gedächtnis
    Wo was steht, welche Felder es gibt, welche Datensätze er nicht anfassen darf.
    Typischer Auftrag
    „Wie viele offene Aufträge hat die Tischlerei Meier noch?"

Werkzeug und Zugang sind zweierlei

Das ist der Punkt, an dem die meisten Sorgen entstehen, und er lässt sich in zwei Sätzen auflösen. Ein Werkzeug benutzt der Agent im Raum. Ein Zugang führt aus dem Raum hinaus. Drinnen darf er fast alles. Draußen nur, was du ihm gegeben hast.

Eine Mail entsteht drinnen

Mit dem E-Mail-Werkzeug und dem Gedächtnis schreibt er die Nachricht in seinem Raum: richtige Anrede, richtiger Zusammenhang, dein Ton. Bis hierher hat niemand etwas davon mitbekommen.

Erst durch die Zugangstür E-Mail geht sie in die Welt. Diese Tür kannst du ihm geben oder eben nicht.

Eine Zahlung bleibt drinnen liegen

Vorbereiten darf er sie vollständig: Betrag aus der Rechnung, Konto aus der Datenbank, Fälligkeit aus dem Gedächtnis. Die Überweisung liegt fertig da.

Die Bank-Tür bleibt trotzdem zu. Sie öffnet sich nur, wenn du sie öffnest — und genau das ist der Grund, warum du ihn ruhig arbeiten lassen kannst.

Agenten reden miteinander

Ein Agent für alles wird schnell zum Alleskönner ohne Können. Sinnvoller sind mehrere mit klaren Zuständigkeiten, die einander erreichen. Das läuft über einen eigenen Kanal, nicht über deine Türen — im Bild ist das der kleine Raum unten rechts.

  • Er holt jemanden dazu

    Eine Frage zur Buchhaltung landet im Kundenpostfach. Statt zu raten, fragt der eine den anderen und antwortet mit dessen Wissen.

  • Er gibt an dich ab

    Manches gehört nicht in eine Mail. Dann leitet er weiter, mit allem, was er dazu schon zusammengetragen hat, damit du nicht bei null anfängst.

  • Er meldet sich von selbst

    Wenn etwas hakt, wartet er nicht ab. Du bekommst eine kurze Nachricht: Das hier komme ich nicht weiter, und das brauche ich von dir.

Häufige Fragen

Was ist ein KI-Agent?

Ein Sprachmodell, das etwas tut. Dafür braucht es vier Dinge: ein Gehirn, das versteht und entscheidet, ein Gedächtnis, das bleibt, Werkzeuge und Zugänge, mit denen es handelt, und einen Auftrag samt Regeln, der den Rahmen setzt. Fehlt eins davon, bleibt es ein Chatfenster.

Was ist der Unterschied zwischen einem Chatbot und einem Agenten?

Ein Chatbot gibt dir eine Antwort, mit der du dann selbst weiterarbeitest. Ein Agent erledigt den Schritt danach: Er sucht den Termin, schreibt die Mail, legt die Rechnung an. Deshalb braucht er Zugänge, und deshalb ist wichtig, welche er hat.

Wozu braucht ein Agent ein Gedächtnis?

Ohne Gedächtnis fängt jedes Gespräch bei null an. Mit Gedächtnis weiß er, wer deine Kundin ist, was ihr zuletzt besprochen habt, wie du schreibst und welche Regeln bei dir gelten. Das Wissen kommt von dir, nicht aus dem Internet.

Was sind Werkzeuge und Zugänge?

Ein Werkzeug ist eine Fähigkeit, die der Agent in seinem Raum benutzt: eine Mail schreiben, eine Rechnung zusammenstellen, in der Datenbank nachsehen. Ein Zugang ist die Tür nach draußen: dein Postfach, dein Kalender, dein Bankkonto. Er darf drinnen viel und draußen nur das, was du freigegeben hast.

Kann ein Agent Geld überweisen?

Vorbereiten ja, auslösen nein. Zahlungen, Verträge und Zugangsdaten gehören zu den Dingen, die er fertig hinlegt und dir zur Freigabe gibt. Diese Grenze ist eingebaut und nicht Sache seiner Tagesform.

Woher weiß der Agent, was er darf?

Aus seinen Regeln. Jedes Werkzeug hat eine von drei Stufen: Manches macht er ohne Nachfrage, manches klärt er vorher mit dir ab, manches bereitet er nur vor. Du legst fest, was in welche Stufe fällt.

Können mehrere Agenten zusammenarbeiten?

Ja. Sie erreichen einander über einen eigenen Kanal, nicht über deine Türen. Kommt eine Frage herein, die woanders hingehört, holt der eine den anderen dazu oder gibt an dich ab. Für dich sieht es aus wie ein Team, das sich abstimmt.

Lernt der Agent meine Firma von allein kennen?

Nein. Das Sprachmodell weiß über deinen Betrieb von sich aus nichts. Alles, was im Gedächtnis steht, hast du hineingegeben — im Gespräch, aus Dokumenten, aus deinen bestehenden Systemen. Das ist Arbeit am Anfang und der Grund, warum ein Agent nach ein paar Wochen deutlich besser ist als am ersten Tag.

Und für deinen Betrieb?

Die Grafik zeigt das Prinzip. Ob sich bei dir ein Agent lohnt, hängt daran, welche Aufgabe dich jede Woche Stunden kostet. Das ist ein kurzes Gespräch, kein Projekt.

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